Summary: | Im 16. Jahrhundert war die Blütezeit der Astrometeorologie, als nachweislich 213 Autoren 878 Prognostiken verfaßten. Darunter befand sich der Astronom Johann Stöffler (1452-1531), der in seinem großen Ephemeridenwerk für Februar 1524 ein großes Unheil voraussagte, das allgemein als Sintflut gedeutet wurde. Dadurch wurde ein Gelehrtenstreit ausgelöst, an dem sich vor allem italienische und deutschsprachige Autoren beteiligten. Obwohl die Sintflut nicht eintraf, blieb der Glaube an die Astrometeorologie weiterhin bestehen. Eine zusätzliche Bedeutung erhielt Stöfflers Ephemeridenwerk dadurch, daß es als Notizbuch für nichtinstrumentale Witterungsbeobachtungen verwendet wurde. Diese authentischen Witterungsangaben, die anfangs meist nicht kontinuierlich waren, dokumentieren trendmäßig die erste Phase der Kleinen Eiszeit, die mit heutigen Untersuchungsmethoden direkt oder indirekt analysiert werden kann.
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